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Berufsausbildung in Deutschland und Italien

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Während der Ausbildung schon richtig arbeiten? Zur Schule gehen und gleichzeitig Geld verdienen? Geht nicht? Doch! Für deutsche Auszubildende ist es schon lange Realität: Vier Tage in der Arbeitswoche gehen sie in den Betrieb und lernen dort ihren Ausbildungs-Beruf „von der Pieke auf“. Am fünften Tag der Arbeitswoche gehen sie zur Berufsschule und lernen die theoretischen Grundlagen zum Beruf. Duales System nennt sich das Ganze und hat in Deutschland eine lange Tradition.

Luigi, ein Austauschschüler aus Palermo, lernt drei Wochen lang in einer Bäckerei in Dortmund. „Bei uns zu Hause drücke ich die ganze Woche die Schulbank“, erzählt er, „hier arbeite ich in einem richtigen Betrieb und die Brötchen, die ich backe, werden verkauft. Das ist etwas ganz anderes, als nur in der Schulbäckerei zu üben.“

© Photoman - Fotolia.comBald sollen auch Jugendliche in Italien von einem dualen Ausbildungssystem profitieren. In der Provinz Turin beispielsweise haben sich Firmen und Berufsschulen im Netzwerk Rete Robotica zusammengeschlossen. Sie möchten gemeinsam Jugendliche im Bereich Mechatronik ausbilden. Doch viele Fragen tauchen auf: Wie bildet man eigentlich im Betrieb aus und wie funktioniert das Zusammenspiel von Schule und Betrieb? Wer legt die Ausbildungsinhalte fest und wie werden die Auszubildenden eingestellt?

Um diese Fragen zu klären, arbeiten das deutsche und das italienische Bildungsministerium seit Dezember 2012 über eine offizielle Kooperationsvereinbarung zur beruflichen Bildung eng zusammen. Gemeinsam beschließen sie Maßnahmen und Aktivitäten, welche die offenen Fragen beantworten sollen. So waren im Rahmen der Berufsbildungskooperation im Dezember 2013 etwa die Firmen- und Berufsschulvertreter der Region Turin eine Woche lang in Stuttgart, um in der Praxis zu erfahren, wie das duale System funktioniert. Sie besuchten Kammern, Schulen und Betriebe und erfuhren wie Prüfungen abgenommen werden.

Ein anderer Studienbesuch – ebenfalls im Dezember 2013 – in Soest hatte die Ausbildung im Betrieb zum Thema. Italienische Meister, Gesellen und Berufsschullehrer erfuhren eine Woche lang alles über Methodik und die Organisation der Ausbildung im Betrieb.

© panthermediaVom 12. bis 16. Mai 2014 fand in Bari der deutsch-italienische Workshop für Schulleiter und Ausbilder berufsbildender Schulen in ganz Italien und Ausbilder und Meister aus Deutschland statt.

Die Initiative wurde vom Goethe-Institut Italien organisiert, in Zusammenarbeit mit dem italienischen Bildungsministerium (MIUR), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Bundesinstitut für Berufsbildung, dem italienischen Industrieverband Confindustria in Bari, der postsekundären Fachschule für Mechanik und Mechatronik „A. Cuccovillo“ in Bari und dem Gymnasium „Marco Polo“ in Bari.

Das Goethe-Institut Italien engagiert sich im Bereich der beruflichen Bildung auch im Rahmen des breit gefächerten Projektes Mit Deutsch in den Beruf, welches es 2012 ins Leben gerufen hat, um den Übergang von der Schule in das Berufsleben zu erleichtern. Im Zentrum stehen Aktivitäten rund um das Thema Berufsorientierung. In unterschiedlichen Betrieben lernen die teilnehmenden Jugendlichen verschiedene Berufe kennen. Dies erfolgt auf Basis eines Wettbewerbs, so dass sicherlich auch der Spaßfaktor nicht zu kurz kommt.

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Italien, Neu, Praktikum
“Berufsausbildung in Deutschland und Italien”

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